
Eigentlich haben wir beide keine Lust, über unsere 2 Urlaube im „Sommer“ 2025 zu berichten – es war reichlich herbstlich. Aber für die vollständige Dokumentation unserer Auriga-Abenteuer auf unserer Homepage geht es nicht nach Lust und Laune. Dann fangen wir mal an…
Zum Glück können wir ja seit diesem Jahr direkt von Wendtorf aus unsere geplante „Rund Seeland“ Reise starten und es geht gleich mit ordentlich Wind aus West Richtung Fehmarn Sund. Gefühlte 500 m vor der von mir so gefürchteten Fehmarn Brücke stellen wir fest, dass unter der ohnehin nicht allzu hohen Brücke ein durchgehendes Arbeitsgerüst hängt. Wir legen eine Quickstop Wende hin und haben einen langen Schlag an der Nordküste von Fehmarn nach Gedser gewonnen. Von hier aus geht es am nächsten Morgen bei Sonnenschein und zuletzt knackigen 30 kn aus West nach Klintholm. Dieser Hafen hat sich echt zum positiven entwickelt, nicht nur, dass wir bei dem Starkwind eine gut anzusteuernde Box erwischt haben, auch die Kulinarik ist gewachsen. Wir stoßen mit einem leckeren Cocktail im „Klap-Hesten“ auf unseren holprig-anstrengenden Urlaubsstart an.
Weiter geht es zur Halbinsel Skanör in die Marina Höllwiken gleich nördlich vom kurzen Kanal, der die schwedische Südküste mit dem Öresund verbindet. Hier verbringen wir einen Hafentag, um uns die Halbinsel mit unseren tollen Brompton’s anzuschauen. Wir genießen mit einem Badestopp den phantastischen Sandstrand, bevor es zwischen unzähligen Ferienhäusern im Wald zurück an Bord geht. Für Donnerstag ist ein heftiges Gewitter mit anschließendem Starkwind angesagt. So geht es am Mittwoch bei Flaute und schwüler Luft nach Helsingborg.
Donnerstag, 3.7.2025 wird definitiv ein Hafentag. Wir erkunden die schöne Gogade, ich lasse mir kurzentschlossen die Haare schneiden und mittags geht es mit dem Bus nach Mölle. Dies ist ein kleiner Hafen – malerisch an der beginnenden Felsküste Westschwedens gelegen und bei ruhigem Sommerwetter auch mit dem Schiff durchaus einen Besuch wert. Bei 6-7 Windstärken aus West reisst es den dort liegenden Yachten aber die Klampen aus… wir verstehen irgendwie nicht, wie man bei der Wettervorhersage überhaupt auf die Idee kommt, hier zu liegen. Der Schwell läuft gewaltig in den Hafen rein und die Schiffe zerren an ihren Leinen.
Die Reise geht weiter bei satten 4-5 Windstärken leider aus Nordwest (hoch ran) nach Gilleleje. Am Nachmittag genießen wir den kurzen Sonnenschein auf unserem Lieblings-Wanderweg, den Kierkegaard Sti.
Der nächste Tag ist wetterbedingt schon wieder besser im Hafen zu verbringen. Einzig positiv zu vermerken ist, dass wir Zeit finden, um für Manni neues Ölzeug zu kaufen. Richtig schick in Dunkelblau und Neongelb. Er freut sich schon auf sein Geburtstagsgeschenk!
Weiter geht es mit Südwind und leider später wieder Südwestwind von 4-5 – damit wieder hoch ran - in den für uns unbekannten Odden Havn. Ein verschlafener Fischereiort und für einen Nachmittagsspaziergang völlig okay.
Am Dienstag, 8.7. schreibt das Logbuch: Motor an, Motor aus, Motor an … bis wir die letzten 2 Stunden mit Nordwest 4 segelnd um 17 Uhr in Kerteminde ankommen. Hier können wir am nächsten Tag mal wieder mit etwas Sonnenschein aber frischer Brise eine schöne Radtour machen. Es geht an der Dalby Bugt entlang über Bogensö nach Martofte. Einzig unsere Vorstellung, unterwegs lecker Kaffee und Kuchen genießen zu können, erfüllt sich nicht. Dafür gönnen wir uns im berüchtigten Waffel-Huset in Kerteminde ein extra großes Eis in frisch gebackener Waffel.
Weiter geht der herbstliche Ritt unter den großen Bögen der Seeland Brücke mit satten Nordwest 5-6 (ausgebaumt!) und äußerst flott nach Svendborg. Der Urlaub naht dem Ende zu und wir motoren bei Sonnenschein (oha, ob unsere Haut das ab kann?!) nach Faaborg, wo wir sogar mal kurz im nahegelegenen Stadt-Schwimmbad baden gehen. Okay, baden für diesen Sommer: damit abgehakt!
Freitagmittag sind wir dann schon in Maasholm, wo wir sogar noch die Hängematte zum chillen und Hafenkino-Gucken rausholen können. Gegenüber hat die „Platessa“, ein Tradionssegler, fest gemacht und eine Horde Jugendlicher – alle wohlerzogen – machen sich über Maasholm her. Es ist schön zu sehen, wir toll die Kiddies zusammenarbeiten, wenn es um Taue aufschießen, Stromkabel legen und Deck abwischen geht.
Samstag rauschen wir bei Nordost 4 nach Wendtorf zurück. Auriga wird aufgeklart, die dreckige Wäsche eingesammelt und die Kühlschränke (ja, wir haben 2!) abgetaut und gelehrt.
Fazit: mit 399 Seemeilen haben wir um 1 Seemeile die 400 verpasst, aber es rund um Seeland geschafft. Es war kein entspanntes Segeln und somit auch kein wirklich entspannter Urlaub. Einige Nachmittage mit Sonnenschein ließen die Sehnsucht nach Sommer wider besseres Wissen wachsen. Wir haben die sonnigen Stunden, so gut es ging, genutzt.
Die Hoffnung auf einen schönen September-Segelurlaub trägt uns durch die restlichen, ebenfalls arg verregneten Sommerwochen. Mal schauen, ob die Hoffnung berechtigt war…
