Diesen Winter standen keine größeren Überholungsarbeiten an - wir sind sozusagen "gerade vor", wenn man das bei einem Schiff jemals behaupten kann. Nach dem üblichen Ölwechsel etc. war endlich Zeit, das Abwassersystem zu optimieren. Im Frühjahr folgen dann die üblichen kleine Lackstellen und AURIGA kommt nach zwei Jahren wieder für frisches Antifouling und Anoden an Land.
Den Tank hatten wir beim ersten Refit nur in den Zustand funktioniert versetzt worden und er musste sowieso wieder kontrolliert werden, was alle fünf Jahre auf dem Winterprogramm steht, damit sich keine Roststellen bilden.
Kleiner Exkurs in unser System:
Alle Abwässer (Spüle, Dusche, Waschbecken, Ankerkasten und Toilettenabwasser) laufen letztendlich in der tiefen Bilge bzw. im Kiel zusammen, der Tank ist 40cm breit und genauso lang, dazu 90cm tief. Deckel drauf, fertig - so hatten wir das übernommen und damit ca. 140 Liter Abwassertank mit Pumpe außenbords. Funktionierte weitestgehend prima - wir haben insbesondere keinerlei Borddurchbrüche für Spülen usw. Toll auch, dass der Ankerkasten immer schön trocken ist, was bei einer Entwässerung außenbords nie funktioniert.
Ziel war es nun, Grauwasser und Abwasser zu trennen und den Stahltank nur noch für Grauwasser zu verwenden. Dazu bekommt der Tank einen fest verschweißten Deckel inkl. großzügig dimensionierten Syphon - die alte Lösung schaukelte sich gelegentlich bei Lage leer, wenn der Tank ganz leergepumpt war...
Der Kunststoff-Abwassertank von 40 Litern wird dann von oben eingehängt und verschraubt. Damit kann er zur Reinigung / ggf. Nachbeschichtung des nunmehr 100 Liter fassenden Grauwassertanks problemlos entfernt werden. Zudem hat der Abwassertank einen Inspektionsdeckel. Ziemlich viel Technik, deshalb im folgenden eine kleine Funktionsskizze...ja, es gibt sogar eine Gebrauchsanweisung dazu...
Bevor das ganze nun eingeschweißt und eingebaut werden kann, muss das ganze Geschlauche demontiert werden. Dann ein wenig schweißen, malen und alles wieder sorgfältig zusammenbauen.
Das Wasser vom Überdruckventil vom Boiler wird jetzt in den Tank zurückgeführt, nicht ganz Vorschriftenkonform, aber wir hatten (zum Glück nur im NOK) einmal das Problem, dass das Ventil leckte und wertvolles Wasser ins Abwasser lief - mitten auf See keinen schöne Vorstellung, wenn man nicht rechtzeitig mitbekommt, dass die Trinkwasserpumpe läuft und munter das schöne Trinkwasser ins Abwasser leert.
Der Normanschluss für die Absaugung bleibt unter den Bodenbrettern, bisher ungenutzt und wie bei fast allen Yachten eh nur Deko. Dafür schneiden wir kein Loch ins Deck, können wir später nachholen, wenn es Absauganlagen in funktionstüchtig und praktisch gibt.
Der Winter war länger als wir es von den letzten Jahren gewohnt sind, die Heizung lief von Weihnachten bis Mitte Februar und verputzte dabei munter 270 Liter Diesel - üblich war die letzten Jahre ein Drittel der Menge. Aber irgendwann wird Frühjahr und nach ein paar kleineren Lackarbeiten geht AURIGA über Ostern an Land und bekommt frisches Antifouling, die Opferanode am Propeller wird ersetzt und der Propeller gefettet. Schnell noch putzen, Segel anschlagen, ein wenig Einräumen und die Saison kann starten!
