Die Holzschanz muss runter...

Holz auf Stahl verträgt sich nur bedingt....

An den Stahlrumpf ist zur Aufnahme der Schanz ein Edelstahl Flachstahl geschweißt, dieser schwarz-weiß-Übergang an der Kante liegt unter dem Holz verborgen und ist erwartungsgemäß anfällig für Rost. Nachdem wir jahrelang immer wieder unter und neben der Holzschanz kleine Roststellen geflickt haben, rücken wir diesen nun gründlicher zu Leibe - hat immerhin knapp 30 Jahre gehalten, schon nicht so schlecht!

Also werden alle Beschläge und die Genuaschienen demontiert, außerdem alle Befestigungsschrauben der Holzschanz losgefummelt und die Proppen entfernt. Nach all der Zeit wollen sich die Teile natürlich nicht ganz freiwillig trennen. Das Holz geht überwiegend nur in Stücken runter und wird größtenteils entsorgt, was einem bei Teakholz in der Seele wehtut. Das einzige Stück, das einfach runterfällt, ist ein Teil mittschiffs an Steuerbord, das irgendwann schon einmal erneuert wurde, da ist bereits das Holz großflächig eingewässert (auch Teakholz kann schwarz werden!), weil damals mit Dichtmasse gespart wurde.

Unter dem Holz zeigen sich erwartungsgemäß mehr Roststellen, als vorher zu sehen war - wurde Zeit, da bei zu gehen. Insbesondere unter den Umlenkrollen der Genuaschot achtern findet sich Rost, die Befestigungsschrauben sind ins Holz gezogen und dort hat es natürlich über die Jahre geleckt. Zukünftig werden diese hochbelasteten Beschläge besser direkt auf das Stahlfundament geschraubt und das bisher oben auf dem Block befestigte Backstag bekommt weiter vorn ein kräftiges Püttingauge spendiert.

Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Wir diskutieren endlos die Möglichkeiten, eine neue Schanz als PVC-Profil aufzukleben... 

Holz runter ist schon mal gut, entrosten kein Problem (so viel Rost war es dann auch nicht...), aber was dann?

Uns war schon lange klar, dass wir weder das alte Teakholz wiederverwenden können, noch neues Holz aufkleben wollen. Vor ein paar Jahren haben wir uns erste Muster möglicher PVC-Profile schicken lassen und sogar schon bestellt, leider wurde das die letzten Jahre nie gefertigt. Diese Profile werden von einer Firma (ehemals Wilks, heute Flexiteak) in England hergestellt und dann unter unterschiedlichen Namen vertrieben. Leider werden sie nur auf Bestellung und dann ab 150m gefertigt, zu viel für die von uns benötigten 30m. Es gibt aktuell nur wenige Werften, die solche Profile verwenden und das vorrangig in den Niederlanden. Dort vertreibt diese Topdek. Weder war das von uns favorisierte Profil lieferbar, noch in der gewünschten dunklen Farbe, die zu unserem restlichen lackierten Teakholz passen würde.

Letztendlich haben wir uns dann für ein Profil in Schwarz entschieden, von dem genau die benötigten 30m auf Lager waren - wenn schon Plastik, dann ehrlich! Wir meinen, dass das mit einem dunkelgrauen Streifen auf dem Rumpf statt bisher blau gut aussehen wird. 

Neben der Schanz und später der Außenhaut gibt es wie immer kleinere Baustellen, die so über den Winter erledigt werden wollen. So bekommen auch Motor und Generator die gewünschte Zuwendung in Form von frischen Ölen, gem. Wartungsplan waren die Düsen mal wieder dran, abgedrückt zu werden, die Gelegenheit, gleich mal Kompression zu testen.