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Kurze Seestrecken rund um Seeland

Ballen auf Samsö im Mai: welchen Liegeplatz hätten sie denn gern?
Ballen auf Samsö im Mai: welchen Liegeplatz hätten sie denn gern?

Etwas mehr Sonnenschein mit weiterhin kaltem WindSonntag, 16.5. – Sonntag, 23.5.2021

 

Von Kerteminde segeln wir direkt in den Sonnenschein nach Ballen auf Samsö. Weiter geht es in kurzen Segeltörns durchs „Sneggelöp“ (Sjaelands Odde) nach Hundested, Gilleleje, Helsingör und Kopenhagen. Von Kopenhagen „fliehen“ wir vor dem angekündigten Sturmtief nach Ystad, wo wir heute ablandig an der Pier und ohne Schwell hervorragend liegen.

 

Was waren die Highlights der letzten Woche?

 

1.  Ballen auf Samsö war leer und wir hatten endlich einen Tag Sonnenschein, während ringsherum die Gewittertürme über dem Festland zu sehen waren. Wir werden von einem netten dänischen Pärchen unterwegs fotografiert und tauschen später unsere Fotos aus. Mit Thomas und Annette von der „Cross Over“ verbringen wir einen netten Abend bei uns an Bord.

 

2.   2. Auf der Seestrecke nach Hundested bekamen wir Besuch von einer Brieftaube, die sich bis Hundested ein „Ticket“ gekauft hatte. Sie war sehr zutraulich und trippelte immer mal wieder in eine andere Ecke – sogar ins Cockpit – um ihre „Fähre“ kennen zu lernen. Das angebotene Wasser wurde dankend aufgenommen, die Körner und die Wallnuss-Brösel fanden keine Zustimmung. Überflüssig zu erwähnen, dass die nette Dame überall ihren Darminhalt hinterlassen hat. Kurz vor der Hafeneinfahrt ist sie ohne Abschied an Land geflogen. Das fanden wir etwas unfreundlich. Dafür hat sie am nächsten Tag auch die „Abfahrt“ verpasst ;-)

 

3.       Gilleleje ist ein sehr schöner Fischerort, besonders in der Vorsaison, wenn noch keine Touristen den örtlichen Fischhandel überrennen. Es gibt alte reetgedeckte Fischerhäuser und der Kierkegard-Sti ist ebenfalls empfehlenswert. Mich erinnert die Landszenerie ein wenig an Bornholm.

 

4.       Kopenhagen haben wir per Rad erkundet, nachdem wir uns dort auch haben testen lassen. Es ist eine tolle Stadt, deren Infrastruktur für Fahrradfahrer nichts zu wünschen übrig lässt. Per Rad erschließt sich die weiträumige Innenstadt, die vielen Schlösser und historische Gebäude wirklich gut.

 

Was fiel uns auf?

 

1.       In Hundested lagen auffallend viele, wohl aufgegebene Schiffe. Zwei Segelyachten im Selbstbaustil stachen besonders hervor. Man fragt sich, ob diese Schiffe jemals wirklich die Weltmeere gesehen haben oder ob hier Träume begraben wurden. Ebenfalls in dieser Stadt fielen uns die extremen Gegensätze von schönen Häusern und Kro’s und gleich daneben oder direkt angebaut mehr als hässliche Neubauten. Diese kleinen Städte (Korsör zählt auch dazu) werden noch lange unter ihren Bausünden leiden, denn der Tourismus ist ziemlich verwöhnt (wie wir auch). Hinzu kommt, dass in den Fußgängerzonen ähnlich wie in Deutschland, viele Geschäfte wohl Corona-bedingt leer stehen. Der Anblick stimmt einen traurig.

 

2.      In Kopenhagen tobt das Leben wieder. Ungeachtet der weiterhin grassierenden Infektion tummelten sich die Kunden in den Geschäften und großen Modeketten. Alle hatten zwar eine Maske auf, aber die Enge war uns denn doch zu viel. Wir (ich) haben denn lieber auf ausgiebige Shopping-Erlebnisse verzichtet, zumal wir eigentlich nichts brauchen und die Stadt mehr zu bieten hat.

 

3.      Der Umgang mit Corona ist mit allen Vorsichtsmaßnahmen erheblich entspannter als in Deutschland. Wer einen max. 72 Stunden alten Test (oder eine Impfung) vorweisen kann, ist in den Innenräumen von Restaurants und Bars willkommen. Auch wir haben durchgeatmet, als wir in Dänemark ankamen.

 

4.      Die Küsten – hier insbesondere die Nordküste von Seeland – ist stark bebaut und wird gegen Sturm und Sandabtrag mit hohem Aufwand geschützt. Die Bebauung mit Zweitwohnsitzen oder Feriendomizilen hat also auch in Dänemark stark zugenommen - zumindest auf der Hauptinsel Seeland

 

Begeisterndes Kopenhagen

Was wünschen wir uns?

 

1.       Selbstverständlich endlich beständiges Frühsommerwetter. Wir haben jede Nacht die Heizung an, morgens bekommt man Gänsehaut beim Anziehen und die Schichten an Kleidung für’s Segeln sind immer noch 3-lagig. Uns reicht es langsam mit dem Regen und den Tiefs – wer hat da den falschen Knopf gedrückt?

 

2.       Auriga ist technisch in einem tollen Zustand – Manfred hat ganze Arbeit geleistet. Wir haben bislang keinerlei Reparaturbedarf und das möge bitte so bleiben.

 

3.       Schön wäre es, wenn wir uns in Schweden impfen lassen können. Dies soll ab Juni möglich sein. Damit würde die elendige Testerei entfallen und wir hätten ein höheres Maß an Sicherheit z.B. beim Shoppen J

 

Wie geht es weiter?

 

Wir werden je nach Wetterlage nun durch die Hanöbucht gen Norden tingeln. Viele schöne Städte und hoffentlich besseres Wetter warten auf uns. Diese Auszeit ist auf jeden Fall komplett anders als die von 2016. Uns geht es hier an Bord sehr gut, wir haben genügend Bücher mit und auch das Wäschewaschen ist in Skandinavien nicht so schwierig wie an der Atlantikküste. Das mag lächerlich klingen, ist für mich als Wohlfühlfaktor jedoch sehr wichtig.

 

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