Vlieland ade - Helgoland wir kommen

 

Nachtfahrt von Vlieland nach Helgoland.

 

Am Montag, den 12.9. legen wir mit viel Wehmut im Herzen um 7 Uhr ab und dürfen wie schon bei unserem Ankerbesuch Anfang Mai einen magischen Sonnenaufgang erleben. Auriga zieht an den friesischen Inseln vorbei – es ist hochsommerlich warm und wir genießen die wellenbefreite Nordsee. Zeitweise können wir segeln, aber auch einige Stunden Motorfahrt sind angesagt.

 

Allerdings hatten wir uns die „Begrüßung“ in Deutschland anders vorgestellt: als wir mit einem Kreuzschlag an den Windpark „Riffgat 1“ herankommen, werden wir über Funk von einer mauligen Dame des „Ems Traffic“ darauf hingewiesen, dass das Befahren verboten sei und wir doch bitte unverzüglich unseren Kurs ändern mögen. Sie (die Dame) hätte mit der Überwachung des Emsfahrwassers besseres zu tun, als Seglern die Annäherung an den Windpark zu untersagen. Ich verbeiße mir eine patzige Antwort, obwohl Manfred zu berichten weiß, dass der Sportschifffahrt bei Baubeginn zugesagt wurde, dass das Durchfahren des Windparks nach Fertigstellung erlaubt sei. Wir sind sauer, obwohl wir noch nicht mal da durchfahren, sondern die letzten Meter Höhe mitnehmen wollten. Sei’s drum, wir sind wieder in Deutschland…vor Rotterdam sind die Dampfer auf Anweisung der Revierzentrale uns querenden Seglern ausgewichen…

 

Zum Abendessen gibt es Labskaus mit Spiegelei und dann geht Manni in die Salonkoje. Wir haben beschlossen, bis Helgoland durchzufahren. Die Wetterberichte für die kommenden Tage sind momentan zu veränderlich, um eine ruhige Weiterfahrt von Norderney – angedacht war Freitag – zu gewährleisten. Die Helgoländer Düne ist ja auch ganz schön, um dieses phänomenale Sommerwetter zu genießen. Meine Wache ist gut ausgefüllt mit AIS Überwachung und Wenden. Letzteres stelle ich dann aber ein, weil der Wind einschläft und die Tide uns zurück „spült“. Der Motor röhrt und wir halten direkten Kurs auf die TG 9, an der der Tiefwasserweg für die Großschifffahrt beginnt.

 

Um Mitternacht werde ich abgelöst und dann darf Manfred weiter navigieren. Er entscheidet 2 Stunden später, wieder zu segeln und kommt mit wenigen Kreuzschlägen bis zur (berüchtigten) Tonne. Der Blick auf das AIS verursacht Schwindel. Jede Menge Schiffe von links und von rechts, dazu ein großes Feld von Ankerliegern, die wohl auf ihren nächsten Auftrag warten (und jederzeit Anker auf gehen können). Manfred lässt mich zum Glück länger schlafen, so dass ich das Gewusel erst in der Endphase miterleben darf. Nachdem wir aus dem gröbsten Verkehr raus sind, legt er sich für 2 Stunden hin.

 

Bei Helgoland angekommen, fahren wir direkt durch zur Tankstelle, um weitere 240l biofreien Diesel für den Winter zu bunkern. Anschließend geht es nur noch „um die Ecke“ in den Yachthafen. Und wer steht da winkend mit einem Tampen und einer Buddel in der Hand? Es ist Gerhard, unsere feste Anlaufstelle und Manfreds Freund schon aus alten Segel-Zeiten. Er nimmt unsere Leinen an und besucht uns kurz an Bord. Damit ist er der Letzte, der uns seinerzeit im Mai (per Funk) verabschiedet hat und der Erste, der uns in Deutschland willkommen heißt. Wir freuen uns sehr über diesen warmen Empfang, der am Abend noch von einer riesigen Portion Knieper  - frei an Bord von Gerhard geliefert – gekrönt wird. Ganz lieben Dank, lieber Gerhard und Erika, die sogar an die Spezialgabel und an die Yoghurt-Mayonnaise gedacht hat.

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Kommentare: 1
  • #1

    Anke (Freitag, 16 September 2016 13:14)

    Liebe Ute, lieber Manni,
    nach nun fast 5 Monaten atemberaubender Fahrt entlang von wunderschönen Küsten hin in eine traumhafte Inselwelt und zurück - heißt es nun bald wieder ankommen in unserer Welt des Wochenend-Segelns. Wir machen uns heute auch noch einmal auf ins Ausland! und freuen uns schon jetzt auf spannende Reiseberichten - direkt aus Euren Mündern.
    Habt noch eine tolle Spätsommerzeit auf Helgoland.
    Bis bald und AHOI
    Anke&Christoph