In jedem Winter gibt es was zu tun

Wer sein Schiff liebt der schiebt .... den Arbeitszettel nicht so weit weg! Besonders für ein Stahlschiff gilt: permanente Rostkontrollen, ausbessern und versiegeln. "Ein Schiff aus diesem Material rostet von innen nach außen", sagt mein Skipper. Und so wird in jedem Winter eine umfangreiche Bilgenkontrolle durchgeführt. Macht ja auch Sinn, dann kann man endlich mal überall saubermachen *haha*. Bislang gab es immer nur sehr kleine, quasi kosmetische Mängel, die schnell behoben waren. Doch wie sieht es eigentlich in unserem Wassertank aus? Das Schiff ist nun 26 Jahre alt und keiner hat bisher freiwillig die 6 (oder waren es 7) Deckel abgeschraubt und nachgeschaut. Wir hatten im Refit nur eines der 7 Bilgenfächer, geöffnet und gesehen, dass soweit alles in Ordnung war. 

Nun denn, es wurde Zeit. Die Kunst bestand zunächst darin, an die Deckel überhaupt heran zu kommen, da sich der Tank quasi unter dem gesamten Boden im Salon verteilt. Manfred hat zum Glück lange genug darüber nachgedacht und wir mussten keine Sitzgruppe oder etwa den Tisch auseinandernehmen. 

Auf dem ersten Blick war alles recht gut erhalten. Etwas braune Ablagerungen und kleinere Roststellen, die nicht tief waren. Wer sich jedoch die Mühe macht, mit dem Kopf unter die Querstreben der einzelnen Fächer zu schauen (Spiegel hilft!), konnte dann doch einen ziemlichen Rostbefall entdecken.

 

Und somit gab es keine Ausrede mehr: mit Nadelentroster, Dreieckschleifer und Schmirgelpapier rückten wir Bilgenfach für Bilgenfach dem Feind zu Leibe. Puuuh, es war sehr anstrengend. Um in alle Ecken zu kommen, entfalteten wir unsere Yoga-Fähigkeiten. Der anschließende Muskelkater belegte unseren vollen Einsatz. 

ABER wir hatten unerwartete und tatkräftige Hilfe: unsere meistens stinkefaule Crew war aufgrund ihrer Größe prädestiniert für diese verzwickte Arbeit: 

Jungs, wir sind echt stolz auf Euch! Und selbst die See-BG hatte dieses Mal nix zu meckern: die Arbeitsschutz-Vorschriften wurden voll eingehalten. Wir sind natürlich gespannt, ob es sich nur um ein einmaliges Engagement handelte oder ob wir weiterhin mit gelegentlicher tatkräftiger und nicht nur verbaler Unterstützung rechnen dürfen...

Endergebnis Wassertank

Nach dem Schleifen und Reinigen kam dann das Malen. Hier musste der Skipper selber Hand resp. Pinsel anlegen, da wir nur eine richtige Atemmaske haben. Hat doch gut gemacht oder?

Jetzt warten wir noch auf unseren Haus- und Hofschweißer, der eine neue Zulaufleitung aus Edelstahl einschweißen soll. Bislang galt ein ominöser Schlauch als Zuleitung, was natürlich ein ziemliches Risiko war. 

Weitere Arbeiten folgen in diesem Winter: Der Motor bekommt wieder frisches Öl, die Skipperin bekommt einen erhellten Spiegel (LED-Lichtband!), damit sie das Grausen besser sehen kann. 

Ach ja, und nicht zu vergessen die unansehnlichen Stellen direkt unter der Schanz (die bei uns leider noch aus Holz ist), die Manfred bei gutem Wetter auch schon mit Sand bestrahlt und sogleich wieder mit Grundierung gesichert hat.